Biodiversität

Über 200 Baum- und Straucharten bilden den laubabwerfenden Trockenwald Kirindy. Typisch ist ein relativ niedriges Kronendach, das durch Affenbrotbäume (Adansonia spp.) überragt wird.


Das Klima im zentralen Westen Madagaskars ist stark saisonal und geprägt vom Wechsel zwischen einer langen Trockenzeit (April-Oktober) und einer Regenzeit (November-März), in welcher der gesamte Niederschlag des Jahres fällt.


Neben den Lemuren beherbergt der Kirindy Wald noch ca. 23 weitere Säugerarten: : 3 Arten endemischer Nagetiere (Rodentia), 2 Arten endemischer Raubtiere (Carnivora), 8 Arten endemischer Tenrecs und 14 Fledermausarten. Charakteristische Arten sind die Fossa (Cryptoprocta ferox), der größte Landraubtier Madagaskars, der Bokiboky (Mungotictis decemlineata), eine weitere Schleichkatze und das größte Nagetier der Insel, die Madagassische Riesenratte (Hypogeomys antimena).


Hypogeomys antimena
Hypogeomys antimena

Mungotictis decemlineata
Mungotictis decemlineata

Hipposiderus commersonii
Hipposiderus commersonii

Microgale brevicaudata
Microgale brevicaudata


Ca. 80 Vogelarten wurden im Kirindy-Wald gezählt, darunter viele lokale Endemiten und einige bedrohte Arten wie die Kurzfuß-Stelzenralle (Mesitornis variegatus) und der Madagaskar Schopfibis (Aviceda madagascariensis). Häufig sind auch einige besonders farbenprächtige Vertreter wie der Blauvanga (Cyanolanius madagascariensis) und der Madagaskar Eisvogel (Alcedo vintsioides).


Aviceda madagascariensis
Aviceda madagascariensis

Ceyx madagascariensis
Ceyx madagascariensis

Cyanolanius madagascariensis
Cyanolanius madagascariensis


Auch die Reptilienfauna Kirindys ist mit 45 Arten von Chamäleons, Leguanen, Geckos, Skinken, Schlangen und Schildkröten sehr vielfältig. Dabei gehören insbesondere Labord's Chamäleon (Furcifer labordi), der Blattschwanzgecko (Uroplatus guentheri), die Madagaskar Langnasennatter (Langaha madagascariensis) sowie die Strahlenschildkröte (Pyxis planicauda) zu den Besonderheiten. Amphibien sind mit 15 Arten aus 4 Familien vertreten, wovon 6 lokal endemisch sind.

Bedrohung

Madagaskars einzigartige Ökosysteme stehen seit vielen Jahren unter erheblichem Druck, hauptsächlich durch Habitatzerstörung durch menschliche Aktivitäten. Die Hauptbedrohungen sind Brandrodung und Holzeinschlag (für Holzkohle oder Bauholz). Die Praktik des Kahlschlags für Weide- oder Ackerland nahm in den 1980ern und erneut in den 2010ern dramatisch zu, in Zeiten politischer Instabilitäten. Menabe Central umfasst das Gebiet um Morondava von der Küste bis zu den Vorgebirgen des Zentralen Hochlands und beherbergt einen der größten Überreste der Trockenwälder in Madagaskar. Conservation International hat dieses Waldgebiet als eines der beiden Gebiete mit der höchsten Naturschutzpriorität in Madagaskar identifiziert. Forschungsaktivitäten des DPZ haben gezeigt, dass die Zerstörung der intakten Waldstruktur zu einem erheblichen Verlust an Biodiversität und Lebensraum mit einer jährlichen Rate von 4,4% führt. Bei diesem Tempo würde der Wald in den nächsten 20 Jahren zerstört werden.